Hintergrund


Bezahlen per Ring

13 Februar 2018 | aktualisiert 13 Februar 2018

Australier lieben ihren Lebensstil im Freien. Beim Surfen und Schwimmen am Strand können sie nun ihren Geldbeutel daheim lassen und mit einem Ring bezahlen. Laut Visa ist dies der neue Trend: Sogenannte Wearables sollen bis 2020 rund 20 Prozent aller Nahzahlungen ausmachen.

Sydney. Bezahlen ohne Bargeld oder Karte: Immer mehr innovative Produkte kommen auf den Markt, die das kontaktlose Bezahlen Wirklichkeit werden lassen. Inzwischen gibt es Uhren, Armbänder und Ringe, die das sogenannte „Wearable-Payment“ ermöglichen.

Egal ob man joggt, am Strand ist oder die Hände gerade voll hat, die sogenannten Wearables sind dafür gedacht, das Leben einfacher zu machen. Eine australische Bank prescht derzeit voraus und will den Bezahlring bei ihren Kunden zum Standardprodukt machen. „Die Bedürfnisse der Kunden ändern sich ständig und in der heutigen digitalen Welt erwarten sie zunehmend reibungslose Transaktionen, die zu ihrem Lebensstil passen, ob online oder persönlich“, sagte der Geschäftsführer von Bankwest, Rowan Munchenberg, der mit dem Ring frühzeitig auf diese Kundenbedürfnisse eingehen will.

Bis zu 50 Meter wasserdicht

Der neue Ring der Bank funktioniert dabei genau wie eine kontaktlose Bank- oder Kreditkarte mit der sogenannten Near Field Communication (NFC), einem globalen Standard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Man formt eine Faust und hält den Ring an das Bezahlterminal, bis man einen Piep hört. Bei höheren Beträgen muss noch zusätzlich eine Geheimzahl eingeben werden.

Damit der Ring zum australischen Lebensstil passt, ist er bis 50 Meter wasserdicht, selbst Tauchen ist damit also möglich. Pflege braucht der widerstandsfähige Ring keine: Es sind weder eine App noch ein Aufladen des Ringes erforderlich. Pro Ring müssen Kunden 39 US-Dollar (32 Euro/36 Franken) bezahlen, dafür wird das Schmuckstück aber individuell je nach Fingerdicke angefertigt.

Gleiche Sicherheit wie eine Kreditkarte

Der Ring ist mit dem Bankkonto des jeweiligen Kunden verknüpft und funktioniert letztendlich wie eine kontaktlose Zahlungskarte. Zum Beispiel hat er die gleiche Sicherheit wie eine Mastercard der Bank mit speziellem Schutz vor Betrug. Die australische Bank hat sich dabei bewusst für einen Ring entschieden. Zunächst hatte sie zwar verschiedene Wearable Payment-Optionen an Kollegen und Kunden getestet, doch deren Rückmeldungen hatten letztendlich den Ausschlag für den Ring gegeben.

Die australische Bankwest ist dabei nur ein Beispiel. Auch andere Finanzinstitute wie die holländische Bank ABN Amro und auch Kreditkartenunternehmen wie Mastercard und Visa öffnen sich dem bargeldlosen Bezahlen per Ring, Uhr oder Armband. Das britische Start-up Kerv hat beispielsweise einen Bezahlring entwickelt, der über Mastercard funktioniert.

Anzahl der Wearables soll explodieren

Auch Visa ist auf den Zug der Wearables aufgesprungen. Das Unternehmen hatte erstmals 2016 einen Bezahlring mit Athleten bei den Olympischen Spielen in Rio getestet. Auf der Webseite des Kreditkartenunternehmens heißt es inzwischen: „Die Anzahl der Wearables wird explodieren: Wearables werden voraussichtlich bis 2020 20 Prozent aller Nahzahlungen ausmachen.“

Dazu können auch Schweizer Uhren gehören, beispielsweise das Modell Bellamy von Swatch: Die Uhr funktioniert wie der Bezahlring mit einem NFC-Chip und lässt einen bargeldlos bezahlen. Anders als der Ring verrät einem die Uhr aber zusätzlich noch die Uhrzeit, immerhin eine klassische Leistung, die auch im 21. Jahrhundert noch gleich geblieben ist.