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Bild: Max Pixel
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Genitalschutz finanziert Koalaspital

08 Mai 2018 | aktualisiert 09 Mai 2018

Der Komiker John Oliver kündigt. Zumindest bis zu seiner nächsten Sendung. Denn sein Lebensziel sei erreicht, witzelt der Brite: Hollywoodstar Russell Crowe hat in Australien eine Krankenstation für Koalas nach ihm benannt – finanziert durch den Verkauf eines Genitalschutzes.

Sydney. Negativmeldungen bestimmen meist die tagtäglichen Nachrichten. Kein Wunder, dass Talkshow-Moderatoren wie der Brite John Oliver, der sich in seiner amerikanischen Sendung „Last Week Tonight“ über alles und jeden lustig macht, beliebte Abendfüller sind.

Regelmäßig nimmt der Satiriker in seinem Programm auch australische Politiker und Stars aufs Korn. Zuletzt amüsierte ihn Russell Crowes Scheidungsauktion, in der der Schauspieler über 200 Gegenstände aus der Ehe mit seiner Ex-Frau Danielle Spencer versteigerte, darunter Uhren, Musikinstrumente und Filmkostüme.

Oliver hat Genitalschutz gekauft

Oliver stand kurzerhand um vier Uhr morgens seiner Zeit auf, um bei der Auktion in Sydney mitzubieten und erstand Erinnerungsstücke im Wert von 80.000 australischen Dollar (50.000 Euro/60.000 Franken). Darunter war auch der lederne Genitalschutz, den Crowe im Film „Das Comeback“ getragen hat. Letzteren stiftete Oliver einer der letzten noch bestehenden Blockbuster-Videotheken in Alaska.

Crowe twitterte damals, scheinbar gerührt: „Ich plane jetzt, wie ich das Geld von @iamjohnoliver, das er für den Genitalschutz und anderes ausgegeben hat, am besten nutzen kann. Angesichts seiner oft gezeigten aufrichtigen Liebe zu Australiern und Australien muss es etwas Besonderes sein.“

Koalaspital nach Komiker benannt

Was Crowes Antwortgeste war, zeigte Oliver während seiner Sendung und Crowe veröffentlichte es auf Twitter. Crowe spendete die knapp 80.000 Dollar, die der Komiker an ihn gezahlt hatte, an den Australia Zoo, der einst durch Crocodile Hunter Steve Irwin weltberühmt geworden war. In einem Video ist dort die Familie des verstorbenen Tierschützers zu sehen – Ehefrau Terri und die Kinder Bindi und Robert Irwin.

Sie verkünden in dem kurzen Film die Eröffnung einer neuen Krankenstation für die von der Chlamydia-Infektion geplagten Koalas des Landes, die von Crowe und indirekt Oliver finanziert wurde. Um sich bei Oliver zu bedanken, hat der Zoo – sicher auf Bitten Russell Crowes – die Station „John Oliver Koala Chlamydia Ward“ getauft. Chlamydia ist eine Krankheit, die tatsächlich zum Rückgang der Koalapopulation vor allem im Osten Australiens beiträgt. Die Krankheit lässt die Tiere erblinden und macht sie unfruchtbar.

„Alles erreicht, was wir je machen wollten“

Oliver nahm den ernsten Anlass aber trotzdem auf die Schippe. So gab er sich nach Ausstrahlung des Videos gespielt geschlagen und sagte: „Das ist ehrlich gesagt das Größte, was ich je gesehen habe.“ Danach enthüllte er, dass das „einzige Ziel“ seiner Show von Anfang an solch eine Krankenstation gewesen sei. „Es war ein einfaches Ziel. Es war nur drei Wörter lang. Dieses Ziel: eine Koala-Chlamydia-Station“, sagte Oliver vor seinem Publikum.

„Was ich jetzt im Prinzip noch sagen kann, ist, dass wir alles erreicht haben, was wir in dieser Show machen wollten“, erklärte er. Damit könne er seinen Posten jetzt an den Nagel hängen, und begann, seinen „Schreibtisch“ auszuräumen: „Diese Show ist vorbei“, sagte der Komiker in dramatischem Ton.

Amerikanische Medien beruhigten Oliver-Fans jedoch im Nachhinein und schrieben, sie sollten nach dem Witz nicht gleich in Panik verfallen. Schließlich sei die Sendung eben erst bis 2020 verlängert worden. Medienberichte in beiden Ländern gestanden aber ein, dass Crowe damit sein eigenes „Comeback“ gelungen sei.