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Banken müssen sich öffnen

19 Juni 2017 | aktualisiert 19 Juni 2017

Zürich - Das sogenannte Open Banking, bei dem Drittanbieter Bankkunden individuelle Zusatzleistungen anbieten, ist für Kreditinstitute eine grosse Gelegenheit. Nach Ansicht der Beratungsfirma Capgemini müssen sie sich jedoch auf den Wettbewerb mit Fintechunternehmen einstellen.

Im Mittelpunkt des Open Banking stehen die Programmierschnittstellen Application Programming Interfaces (API). Über diese erhalten Drittanbieter Zugang zu den Bankinformationen interessierter Kunden und können somit individuelle und personalisierte Angebote unterbreiten. „Open Banking bietet Banken die Gelegenheit, ihren Kunden attraktive, individuelle Produkte und Dienstleistungen von Drittanbietern zu offerieren. Sie können so die Kundenbindung steigern und sind darüber hinaus attraktiv für potenzielle Neukunden“, wird dazu Tobias Wolf, Leiter Banking bei Capgemini Consulting in der Schweiz, in einer Medienmitteilung zitiert.

Die Zusammenarbeit zwischen Banken und Fintechunternehmen sei dabei der Schlüssel für den Erfolg. Nur so könnten sich beide auf ihre Stärken konzentrieren. „Viele Unternehmen am Markt verstehen, dass Open Banking die neue Realität ist. Aber sie wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen“, heisst es von Wolf. Dieser Wille zur Zusammenarbeit sei bei 91,3 Prozent der Banken und bei 75,3 Prozent der Fintechs auch gegeben, erklärt Capgemini unter Bezug auf den World Retail Banking Report 2017. Die Banken müssten dabei strategische Weitsicht zeigen, „um nicht langfristig von den Fintechs aus dem Markt gedrängt zu werden“, so Wolf. „Um Open Banking für alle Beteiligten zum Erfolg zu führen, müssen Banken und Fintechs frühzeitig einheitliche Governance und Technologie-Standards definieren. Hinzu kommt, dass viele Banken auch noch ihre Rolle im Open Banking finden müssen.“ jh