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Bio-Technopark wird zum Innovationsmotor der Pharmaindustrie

13 Februar 2018 | aktualisiert 13 Februar 2018

Schlieren ZH - Der Pharmastandort Basel hat in den vergangenen Jahren kaum noch Blockbuster hervorgebracht, wie eine SRF-Sendung zeigt. Viele Erfindungen stammen derweil aus Schlieren. Grosskonzerne kaufen immer mehr Start-ups aus dem Bio-Technopark Schlieren-Zürich.

Basel war lange Zeit das Zentrum bahnbrechender Erfindungen der Pharmaindustrie. Die aktuell bestverkauften Medikamente der beiden Basler Pharmariesen Roche und Novartis werden heute jedoch mehrheitlich im Ausland entwickelt, wie die Sendung ECO des SRF zeigt. So wurde etwa keines der zehn am besten verkauften Medikamente von Roche in der Schweiz erfunden. Auch von den Neulancierungen stammt keine aus der Schweiz. Viele frühere Novartis-Blockbuster sind zudem veraltet oder verlieren in den kommenden Jahren ihren Patentschutz, so der Bericht. Dennoch sind beide Konzerne zuversichtlich und berufen sich dabei auf vielversprechende Produkte in der Schweizer Pipeline.

Immer mehr Pharmariesen kaufen sich derweil neue Entwicklungen ein, anstatt sie selber zu erfinden. Ein grosser Fokus liegt hierbei auf dem Standort Schlieren. Im dort ansässigen Bio-Technopark Schlieren-Zürich haben sich bereits 40 Jungunternehmen angesiedelt. Die meisten von ihnen sind Ausgliederungen aus Universitäten mit neuen Ideen und Produkten. Pharmariesen haben das Potenzial erkannt und sich in den vergangenen zehn Jahren mit gut 1,5 Milliarden Franken eingekauft. So hat Alcon, die heute Novartis gehört, das Jungunternehmen Esbatech gekauft, um sich in der Augenheilkunde besser zu positionieren. Johnson & Johnson kaufte über seine Tochtergesellschaft das Unternehmen Covagen aufgrund seiner Erfolge im Bereich Rheuma. Pfizer kaufte redvax, eine Tochtergesellschaft von redbiotec, die über einen Impfstoff gegen gefährliche Herpes-Viren verfügt. Und GlaxoSmithKline kaufte sich die auf neue Impfstoffe spezialisierte GlycoVaxyn.

In kleinen Start-ups können Mitarbeitende direkt miteinander kommunizieren und sich vollumfänglich auf die Forschung konzentrieren. Die so entwickelten Medikamente werden letztendlich meistens an Pharmariesen verkauft. Mario Jenni, CEO des Bio-Technoparks, sieht diese Zusammenarbeit zwischen Start-ups und grossen Pharmakonzernen als eine Win-Win-Situation. „Start-ups sind sehr flexibel, dynamischer und risikobereiter“, erklärt er die Vorteile der kleinen Firmen. Grosse Firmen seien dagegen stark, wenn es darum geht, komplexe, grosse klinische Studien oder die Vermarktung zu organisieren. ssp