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EFTA-Staaten treiben Mercosur-Abkommen voran

16 April 2018 | aktualisiert 16 April 2018

Buenos Aires – Die Verhandlungen zwischen den EFTA-Staaten und dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur über ein Freihandelsabkommen kommen voran. Bei einem aktuellen Treffen sollen unter anderem die Interessen einzelner Branchen diskutiert werden.

Abgeordnete der EFTA-Länder (Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island) befinden sich derzeit auf Arbeitsbesuch in Argentinien und Uruguay. Im Mittelpunkt stehen dabei die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen den EFTA-Staaten und den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay), wie es in einer Medienmitteilung heisst. Dabei sollen insbesondere die Interessen aller betroffenen Branchen im Dienstleistungs-, Industrie- und Landwirtschaftssektor diskutiert werden.

Ständeratspräsidentin Karin Keller-Sutter (FDP, SG), welche die EFTA-Arbeitsgruppe leitet, wird auch an einer Podiumsdiskussion des Argentine Council for International Relations (CARI) teilnehmen. Dabei wird sie laut Mitteilung über die Bedeutung sprechen, welche die EFTA-Staaten modernen Freihandelsabkommen einräumen. Dies gehen den Angaben zufolge über die Liberalisierung des Güterverkehrs hinaus und umfassen auch Bereiche wie den Dienstleistungshandel oder den Schutz des geistigen Eigentums.

Die EFTA-Staaten und die Mercosur-Staaten haben Anfang 2017 im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos beschlossen, Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen aufzunehmen. Im Juni fand die erste Verhandlungsrunde statt.

Die Mercosur-Staaten sind für die Schweiz ein Exportmarkt mit grossem Potenzial. Im Jahr 2016 beliefen sich die Schweizer Warenexporte in die Mercosur-Staaten auf 2,8 Milliarden Franken, in die Schweiz importiert wurden Waren im Wert von 720 Millionen Franken. Mit einem Freihandelsabkommen könnte die Schweizer Wirtschaft den Angaben zufolge jährlich bis zu 206 Millionen Franken an Zollabgaben sparen. Insbesondere würde das geplante Freihandelsabkommen aber den Marktzugang für Schweizer Dienstleistungsanbieter vereinfachen, den Schutz des geistigen Eigentums stärken und neue Möglichkeiten im öffentlichen Beschaffungswesen eröffnen. Herausforderungen bringt die Marktöffnung im Agrarbereich. Die Mitglieder des EFTA-Parlamentarierkomitees „werden dieser Herausforderung gebührend Rechnung tragen“, so die Mitteilung. ssp