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Eisen soll Kindern in Bergbauregionen helfen

25 Oktober 2016 | aktualisiert 19 Dezember 2017

Zürich - Forscher der ETH Zürich haben unter Beweis gestellt, dass eine gezielte Eisenergänzung den Bleigehalt im Blut verringern kann. Damit könnten Hirnschäden bei Kindern vorgebeugt werden, welche in Regionen mit hoher Bleibelastung leben.

Der hohe Bleigehalt im Blut schädigt insbesondere die sich entwickelnden Gehirne von Kindern und Jugendlichen, wie die Eidgenössischen Technische Hochschule (ETH) Zürich in einer Mitteilung erklärt. Die Situation verschärft sich weiter, wenn die betroffenen Personen gleichzeitig an Eisenmangel leiden. Die Schäden sind nicht umkehrbar.

Die ETH Zürich hat nun gemeinsam mit der der Universität und dem Universitätsspital Marrakesch eine Studie unter Kindern in Marokko durchgeführt, welche durch den Bergbau in ihrer Umgebung einer erhöhten Bleimenge ausgesetzt sind. Dabei haben sie über 450 Kindern in Form von Eisenkeksen zusätzliche Eisenmengen verabreicht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Bleigehalt im Blut auf diese Weise tatsächlich senken lässt. Abhängig davon, welche Art und Menge von Eisenzusätzen verabreicht wurde, konnte der Bleigehalt im Blut um ein Drittel beziehungsweise ein Viertel gesenkt werden.

„Das Resultat, dass man schon mit einer kurzen Intervention den Bleigehalt im Blut bei exponierten Personen senken kann, ist für das öffentliche Gesundheitswesen hoch relevant”, sagt der ETH-Professor Michael B. Zimmermann. Es seit etwa sinnvoll, in den betroffenen Regionen Eisenergänzung als Vorbeugung von Hirnschäden zu verwenden. Eisensupplementierung könnte dabei sogar Föten im Mutterleib wirksam vor späteren Hirnschädigungen schützen.

Untersucht wurde auch ob, sich die kognitiven Fähigkeiten der Kinder nach der Eisentherapie verbessern. Diesbezüglich zeigte das Eisen aber keine Wirkung. ETH-Professor geht davon aus, dass Blei bleibende Schäden hinterlässt.  ssp