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Novartis setzt bei Digitalisierung auf Kooperationen

12 Oktober 2017 | aktualisiert 01 November 2017

Basel - Novartis will sich vorerst nicht von seinem Anteil am lokalen Wettbewerber Roche trennen, sagt Verwaltungsratspräsident Jörg Reinhardt in einem Interview. Bei der Digitalisierung setzt er auf Kooperationen. Am Standort Basel will er festhalten.

Jörg Reinhardt lobt den Standort Basel. „Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden“, sagt der Novartis-Verwaltungsratspräsident in einem Interview mit der „Handelszeitung“. „Die Rahmenbedingungen gehören zu den attraktivsten der Welt.“ Er warnt aber auch vor Volksinitiativen, „welche dem Standort schaden“. Er meint damit in erster Linie die Konzernverantwortungsinitiative. Diese würde zu massiven Nachteilen für Schweizer Unternehmen führen, „auch wenn wir den dahinter stehenden Gedanken unterstützen“.

Reinhardt verteidigt die Wahl von Vas Narasimhan zum neuen Konzernchef. Der Inder bringe „Mut, Inspiration, hohe ethische Standards“ mit. Es bestehe aber keine Notwendigkeit zu einem „Turnaround“. „Stattdessen werden wir kontinuierlich weiterarbeiten.“ Reinhardt will sich auch nicht vom Anteil von Novartis an Roche in Höhe von 33,3 Prozent trennen. Das sei eine „finanzielle Investition mit einer gewissen strategischen Komponente“. 

Auch an der Generika-Tochter Sandoz will Reinhardt festhalten. „Ich glaube, dass gerade bei schwierig herzustellenden Generika und bei Biosimilars noch Synergien vorhanden sind, die wir noch nicht ausgeschöpft haben.“ Sandoz passe also gut zum Kerngeschäft. Zur Augenmitteltochter Alcon dagegen will sich Reinhardt nicht festlegen und verweist auf weitere Informationen Ende Oktober.

Reinhardt bestätigt Aussagen von Narasimhan, dass Novartis bei der Entwicklung verstärkt auf digitale Werkzeuge setzen wolle, etwa um die Entwicklungszeit zu kürzen. Dabei wolle Novartis vor allem auf Kooperationen setzen. „Denn bei Übernahmen haben Sie immer das Risiko, dass Sie eine Technologie kaufen, die schon nach kurzer Zeit wieder veraltet ist“, so Reinhardt. „Kooperationen mit immer wieder neuen Unternehmen, die dafür State of the Art sind, sind uns deshalb zur Zeit lieber.“ stk